Panel: Sprachunterricht – mehr als Grammatik

In ihrem Panel „Mehr als nur Sprachunterricht!“- Welche (weiteren) Schlüsselqualifikationen vermitteln wir im Fremdsprachenunterricht?“ diskutierten Prof. Dr. Gardenia Alonso und Dr. Johann Fischer mit ihren Teilnehmerinnen über den aktuellen Fremdsprachenunterricht, welcher weitaus mehr als Vokabeln vermittelt.

Doch was zeichnet den aktuellen Sprachunterricht an Hochschulen aus?

Die Lehrmaterialen an Universitäten und Fachhochschulen unterscheiden sich von denen des Schulbetriebes und der Volkshochschulen. Authentische Materialen wie studienfachbezogene Artikel und Lernplattformen werden zunehmend als Ergänzung des Lehrwerkes eingesetzt.

Neben dieser Individualisierung des Lernprozesses nehmen handlungsorientierte Ansätze einen immer höheren Stellenwert im Fremdsprachenunterricht ein: Projekte und Fallstudien, die den Lernenden fokussieren; seine Interessen, Kenntnisse und Kompetenzen berücksichtigen und auf die berufliche Zukunft vorbereiten. Beispielsweise erstellen Studierende der Betriebswirtschaftslehre einen fremdsprachlichen Businessplan. Dieser Fach- und Berufsbezug soll die Motivation steigern, denn: nicht nur die Credits zählen. Die obligatorische Lösung verliert an Relevanz, stattdessen können Studierende ihre methodischen, sozialen und kommunikativen Kompetenzen einbringen und ausbauen.

Die Georg-August-Universität Göttingen erarbeitete im Rahmen ihres Sprachenzentrums einen Bewertungsschlüssel, welcher neben der sprachlichen Richtigkeit den Inhalt sowie die Funktionalität mitberücksichtigt. Es zählen umfassende Schlüsselkompetenzen, denn Sprecherwechsel, Diskussionsfähigkeit oder die Körpersprache dienen ebenso der Kommunikation in einer Fremdsprache wie der Wortschatz oder die grammatischen Kenntnisse.

„Italienisch kann ich nicht ohne Körpersprache sprechen“ erzählte Dr. Fischer, denn ohne Gestik und Mimik würde ihn niemand verstehen.

Aktuell arbeiten verschiedene Fakultäten der Georg-August-Universität, die ZESS (Zentrale Einrichtung für Sprache und Schlüsselkompetenzen) sowie der Landkreis Göttingen an ihrem gemeinsamen Projekt „Integrationstandem und Supervised Networking“, welches den Studierenden des Arabisch-Sprachkurses durch den Umgang mit Flüchtlingen einen ersten authentischen Sprachgebrauch ermöglicht und gleichzeitig Integrationsarbeit leistet. Im Mittelpunkt steht die „Sprache im Gebrauch, nicht als Zweck“, so Dr. Fischer.

Und die Zukunft?

Der Fremdsprachunterricht der kommenden Generation erfordert insbesondere Flexibilität – darüber sind sich Dozierende und Teilnehmer des Panels einig. Die zunehmende Heterogenität der Studierenden sowie die vermehrte Spezialisierung in den Masterstudiengängen  verlangen eine Anpassung des Unterrichtes.

Fremdprachenunterricht und Schlüsselkompetenzen werden jedoch auch in der „Generation Z 4.0“ eine Einheit bilden.

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