Panel: Praxis- und Berufsorientierung an Hochschulen II

Hinter Berufsberatung an Hochschulen steckt unheimlich viel Leidenschaft. Das wurde im Panel Praxis- und Berufsorientierung an Hochschulen II mehr als deutlich. Schon im kurzen Impuls, den Holger Ehlert zu Beginn der Diskussion gibt, zeigt sich das. Viel passiert hier durch Eigeninitiative und durch Interesse an den Studierenden.

Sind Career-Service & Co „Kümmerer“? Diejenigen, die aufarbeiten, was Professoren nicht mehr leisten können? Das war die erste Frage, die sich stellte. Trotz Uneinigkeiten fand man eine gemeinsame Antwort: Auf jeden Fall sind sie Kümmerer im positiven Sinne. Berater legen viel Wert auf den individuellen Blick, den sie auf studentische Probleme haben. Das ist, was sie auszeichnet sagt einer der Teilnehmer.

In der Diskussion zeigt sich schnell, dass sich die Probleme der Teilnehmer, obwohl ihre Ausgangssituationen sehr unterschiedlich sind, doch oft ähneln. Die nicht gesicherte Finanzierung der Projekte und die vielen befristeten Stellen, durch die beispielsweise ein Career-Service besetzt wird, wirken sich verheerend auf Arbeitsmotivation und laufende Projekte aus. Der curriculare Rückhalt lässt auch zu wünschen übrig. Oft kommt aus den Fachbereichen die Aussage, dass Praxisorientierung außerhalb des Fachs gar nicht mehr nötig wäre.

Kontrovers diskutiert wurde die Rolle der Bundesagentur für Arbeit an den Hochschulen. Teilweise wurde die als Gegenspieler wahrgenommen, insbesondere wenn es um die Streichung von Geldern für die hochschulinterne Berufsberatung geht. Einige Teilnehmer sahen aber auch eher einen Kooperationspartner, der nur bedingt überhaupt eine Rolle spielt.

Einigkeit herrschte beim Thema Wertschätzung der Hochschulen. Die scheint oft zu fehlen, was insbesondere an der Raumsituation deutlich wird.

„Jaja, packt die [Kollegin] zu dem von der Berufsberatung ins Büro.“ Auf Datenschutz bei Beratungen und Ähnliches wird da null Rücksicht genommen.

Auch bei den Studierenden wurde man sich einig. Das Studium stehe heute nicht mehr an erster Stelle, gerade dann, wenn SHK-Stellen nicht unter 20 Stunden Arbeitszeit pro Woche angeboten würden. Da bleibe dann halt keine Zeit mehr, so eine der Teilnehmerinnen.

Am Ende der Diskussion stand eine Frage klar im Vordergrund, die wohl einer Problemlösung am nächsten kommt: Wenn man gute Angebote bereitstellt und eine angenehme Beratungssituation geschaffen hat – Wie vermittelt man den Studierenden, was man hat?

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