Impuls: Wie „ticken“ die heutigen Studierenden?

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Es wird gelacht im Vortragsraum des Hauses. Prof. Dr. Christian Scholz führt die Tagungsteilnehmer in die Thematik ein. „Wie ticken die Studierenden von heute?“ ist die Leitfrage seines Vortrages. Die Offenbarung der Unterschiede vergangener Generationen dient ihm als Annäherung an mögliche Antworten. Angefangen bei den „Babyboomern“ (Idealismus), über Generation X (Skeptizismus) und Y (Optimismus), bis hin zum aktuellen Problemkind: der work & life separierenden, zertifikatabhängigen und eigenverantwortlichkeitsablehnenden Generation Z (Realismus).

„everyone get-Z a trophy“

Scholz, selbst bekennender Babyboomer, erklärt, dass während Generation Y bei Möglichkeit flexibler Arbeitszeiten Freudentänze vollführt, sich die Generation Z in gegensätzlicher Biedermeiermanier wieder in klare Strukturen und feste Arbeitszeiten flüchtet. Gruppenharmonie wird großgeschrieben, „lieber jeder eine 1,7 als wenige eine 1,3“, lieber Teamleistung statt Einzelarbeit.

Der typische Z-ler geht mit seinen Kollegen zum Personalrat und beantragt in Bezug auf §0815 die Abschaffung des Businesslunches; Arbeit und Privates gehören getrennt. Die von Generation Y so romantisierte Überschneidung derselbigen, in Form von Firmen-Kitas und Homeoffice, sind von nun an verschrien, verpöhnt, verhasst und nicht verhandelbar.

Die Generation Z sei entgegen der Erwartungen weitaus weniger medienabhängig und -orientiert, so Scholz. Freundschaftsanfragen Studierender an Dozenten und vice versa seien grundsätzlich abzulehnen. Wie gesagt, Privates und Arbeit gehört getrennt. Somit sind die von Unternehmen so angepriesene Digitalisierung, New Work et cetera nicht kombinierbar mit dem heimeligen Wunsch nach klar strukturierter Lebensweise, komplett zertifizierbaren Kompetenzkursen.

Umfragen ergeben dass Generation Z sich die Kombination von Familie und Beruf wünscht, man wird lieber angestellt als selbstständig zu arbeiten, fast niemand möchte Beamter sein, schon gar keiner Hausmann. Simultan erstrebenswert: die Leidenschaft zum Beruf machen. Hohes Einkommen wünschen viele, Überstunden sind nicht drin. Passt das?

Die Lösung des Problems liege darin, beide Welten zu kombinieren, so Prof. Scholz. Beispielsweise: Im sozialen Sektor besteht händeringender Bedarf an Personal. Um der Generation Z allerdings gerecht zu werden müsse anstatt den Bedarf in den Mittelpunkt zu stellen eher die zertifizierbare Kompetenzerlangung durch Mitarbeit fokussiert werden.

Ein jeder Z-ler engagiere sich gerne, solange er nur wisse, dass ihm seine Mitarbeit erstens hoch angerechnet und zweitens notarlich bescheinigt und anerkannt wird. Das alles zu geregelter Zeit, angemessen vergütet und mit Blick auf Nutzen für die weitere Laufbahn.

 

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