Impuls: Aktuelle Herausforderungen und Zukunft der Vermittlung von Schlüsselkompetenzen

Zur Eröffnung des zweiten Tages hielt Professorin Gardenia Alonso einen Vortag über die aktuellen Herausforderungen und die Zukunft der Vermittlung von Schlüsselkompetenzen.

Zunächst erfolgte ein kurze Einführung in die Thematik. So wurde festgestellt, dass die beruflichen und gesellschaftlichen Herausforderungen miteinander verbunden werden müssten. Der Arbeitsmarkt fordere von den Absolventen bestimmte Schlüsselkompetenzen, Bologna selber berücksichtigt diesen Wunsch jedoch nicht. So sei es die Sache der Hochschulen, Bildungsangebote für Studierende anzubieten, in denen die Schlüsselkompetenzen vermittelt werden.

Auch die immer stärker werdende Vernetzung der verschiedenen Länder untereinander spiele eine große Rolle. So fordere der Europarat von den Hochschulen mehr Mobilität zu schaffen. Die EU-Kommission wolle, dass höherere Berufs- und Wettbewerbsfähigkeiten vermittelt werden. Hierbei solle sich an anderen Ländern orientiert werden, die möglicherweise ein besseres System haben.

Im weiteren Vortragsverlauf wurden zwei Studien vorgestellt. Zum einem die SQ21 (Schlüsselqualifikationen im 21. Jahrhundert) Studie. In dieser Studie wurden 5.456 Studierende, 157 Hochschulen und 129 Unternehmen zu den wichtigsten Schlüsselqualifikationen befragt. Dabei  ist zu beobachten, dass Unternehmen den Schlüsselqualifikationen einen deutlich höheren Stellenwert zumessen als die Hochschulen und Studierenden.

Daraufhin wurde eine Studie vorgestellt, die von Professorin Gardenia Alonso im Rahmen ihrer Tätigkeit an der Universität Göttingen selber durchgeführt wurde. In der Studie wurde mit drei Versuchsgruppen erarbeitet, mit welchem Fachmedium Studierende am liebsten Aufgaben bearbeiten.

Nach diesem Exkurs wurden die verschiedenen Ansätze zur Vermittlung von Schlüsselkompetenzen vorgestellt. Zum einen das additive Modell: Additive Schlüsselkompetenzen sind Schlüsselkompetenzen, die im Rahmen gesonderter und dafür ausgewiesener Lehrveranstaltungen erworben werden können. Sie sind nicht in Veranstaltungen zu erwerben, die zum eigenen Studiengang gehören. Die hier angebotenen Seminare werden von externen Fachleuten durchgeführt. Dies hat den Vorteil, dass diese den Studierenden ihre eigenen Erfahrungen vermitteln und so Impulse aus der Praxis geben können.

Das zweite Modell ist das integrative Modell.  In diesem werden die Schlüsselkompetenzen innerhalb eines Modules vermittelt. Hier werden keine externen Experten angefordert, sondern die Dozierenden integrieren die Schlüsselkopetenzen in ihre Seminararbeit.

Ein weiterer Aspekt, der bei dem Vortrag berücksichtigt wurde, ist, dass nicht jeder Studierende gleich lernt. In diesem Zusammenhang wurde das Kolbsche Modell „Learning Styles“ vorgestellt. Dieses Modell untergliedert die Studierenden in vier verschiedene Lerntypen.

  1. Akkomodierer          (Die Macher)
  2. Divergierer               (Die Kreativen)
  3. Konvergierer            (Die Ingenieure)
  4. Assimilierer              (Die Forscher)

Auffällig ist, dass es in bestimmten Fächern eine Häufung von gewissen Lerntypen gibt. So findet sich in den Ingenieur Studiengängen tatsächlich ein großer Anteil des konvergierenden Lerntyps und bei den Betriebswirtschaftlern eine Häufung des akkomodierenden. Was jedoch nicht in Vergessenheit geraten darf, ist, dass nicht jeder Studierende einem klaren Lerntyp zugeordnet werden kann. So ist ca. die Hälfte der Studierenden zu der Lerntypengruppe Mischtypen zuzuordnen. Um diesen gerecht zu werden ist es Aufgabe der Hochschulen, in Seminaren möglichst viele verschiedene Herangehensweisen zu vermitteln und den Stoff aufzubereiten. Im Vortrag wurde ein Lernzyklus vorgeschlagen. In diesem sollen alle verschiedenen Lerntypen angesprochen werden.

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